Gerda & Mardina

Gerda und Mardina funktionieren am besten als Doppelporträt, weil sie wie zwei verschiedene Formen desselben Problems wirken: uralte Häxxn-Kompetenz mit stark schwankender Sozialverträglichkeit. Beide sind erfahren, mächtig und in ihrem eigenen schiefen Maßstab sogar verantwortungsvoll — nur leider auf eine Weise, die für Umstehende oft bedrohlich aussieht.

Gerda wirkt fahrig, technisch-magisch, leicht chaotisch und in ihrer Konzentration nicht immer ganz zuverlässig. Mardina hingegen hat mehr Autorität, mehr Biss und jene Art altgedienter Schärfe, die jeden Satz wie eine halbe Verwarnung klingen lässt. Zusammen erzeugen sie viel von der Energie, die Realität nicht gefunden so lebendig macht: zwischen Ritual, Zank, Weltwissen und einer permanenten Bereitschaft, alles noch schlimmer zu machen, wenn man sie lässt. Gegenüber Atria sind sie Lehrmeisterinnen und Problemquelle zugleich; gegenüber Bobbin schwanken sie zwischen Spott, Instrumentalisierung und einem sehr schrägen Rest von Fürsorge.

Charakteristisch: mächtig, anstrengend, traditionsverliebt, gefährlich, erstaunlich komisch in Kombination.

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